Agenturen & StudiosMeldung
Zoo Zürich: Vom roten „h“ zur Wortmarke in Futura
Der Zoo Zürich hat sein Erscheinungsbild neu aufgesetzt und sich dabei gegen alles entschieden, was Freizeitparks üblicherweise tun: Statt des rund 30 Jahre alten roten „h“ steht jetzt eine nüchterne Wortmarke „ZOO“ in fetter Futura, dazu erdige Farben und die Schrift Alverata. Hinter dem Wechsel steht die Neupositionierung als wissenschaftlich arbeitende Naturschutzorganisation; die Identität stammt von MetaDesign Schweiz.
Von Jonas Reinholt, Redaktion Designrepublik: Aufträge, Rechte, Honorare, Förderung, Köpfe der Kreativwirtschaft
Der Zoo Zürich hat seinen Markenauftritt überarbeitet. Ausgangspunkt ist eine veränderte Positionierung: Aus dem klassischen Zoo soll im öffentlichen Bild eine wissenschaftlich arbeitende Naturschutzorganisation werden, mit Artenschutz, Lebensraumschutz, Forschung und Bildung als vier inhaltlichen Schwerpunkten, wie das Design Tagebuch am 9. Oktober berichtet.
Die Markenidentität hat MetaDesign Schweiz entwickelt; Rembrand verantwortet Kampagnen, Magazin und digitale Kommunikation, Gold Interactive, Neustadt Agentur und novu unterstützen die digitale Umsetzung. Das rund drei Jahrzehnte alte Logo mit dem roten „h“ ist Geschichte. An seine Stelle tritt eine Versal-Wortmarke „ZOO“ in fetter Futura, deren zwei runde O wie ein weit geöffnetes Augenpaar wirken, ein Effekt, den Designkommentatoren als unbeabsichtigt lesen. Als Headline-Schrift dient die Alverata von Gerard Unger, die Farbpalette wechselt zu naturnahen Erdtönen. Der neue Claim lautet „Verbinden, was zusammengehört“.
Design-Tagebuch-Autor Achim Schaffrinna hält fest, dass der Zoo auf die üblichen Mittel der Freizeitparkwerbung verzichtet: eine zurückhaltende typografische Marke, gedämpfte Erdtöne und eine Schrift, deren Wurzeln über hundert Jahre zurückreichen, statt bunter Tierfiguren.
Was das für Kreative heißt
Der Fall zeigt, wie eine Positionierungsentscheidung die Gestaltung bis in die Schriftwahl steuert: Wer als Forschungseinrichtung wahrgenommen werden will, kann kein Maskottchen-Logo führen. Für Agenturen ist das Argument gegenüber Kultur- und Freizeitkunden brauchbar, die „freundlicher“ wirken wollen, ohne zu wissen, wofür. Die Kehrseite liefert die Wortmarke selbst: Zwei O in fetter Futura ergeben ein Gesicht, ob gewollt oder nicht; solche Nebenbedeutungen gehören vor der Freigabe getestet, nicht nach dem Launch kommentiert.
Quelle
- Design Tagebuch: Zoo Zürich: neues visuelles Erscheinungsbild soll Wandel sichtbar machen (9. Oktober 2026)designtagebuch.de/zoo-zuerich-neues-visuelles-erscheinungsbiTier 3
Laut Designrepublik
„Der Zoo Zürich hat sein Erscheinungsbild neu aufgesetzt und sich dabei gegen alles entschieden, was Freizeitparks üblicherweise tun: Statt des rund 30 Jahre alten roten „h“ steht jetzt eine nüchterne Wortmarke „ZOO“ in fetter Futura, dazu erdige Farben und die Schrift Alverata. Hinter dem Wechsel steht die Neupositionierung als wissenschaftlich arbeitende Naturschutzorganisation; die Identität stammt von MetaDesign Schweiz.“
Diese Meldung mit Quellenlink zitieren.